August Graf von Platen-Hallermünde
25. Oktober 1796 Ansbach - 5. Dezember 1835 Syrakus



Tristan


Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Ist dem Tode schon anheimgegeben,
Wird für keinen Dienst auf Erden taugen,
Und doch wird er vor dem Tode beben,
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen!


Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe,
Denn ein Tor nur kann auf Erden hoffen,
Zu genügen einem solchen Triebe:
Wen der Pfeil des Schönen je getroffen,
Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe!

aus der endgültigen Fassung von "Tristan" herausgenommen:

Was er wünscht, das ist ihm nie geworden
Und die Stunden, die das Leben spinnen;
Sind nur Mörder, die gemach ihn morden;
Was er will, das wird er nie gewinnen;
Was er wünscht, das ist ihm nie geworden.

Ach, er möchte wie ein Quell versiechen,
Jedem Hauch der Luft ein Gift entsaugen
Und den Tod aus jeder Blume riechen:
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Ach, er möchte wie ein Quell versiechen!




zitiert nach (alle Bücher in jeder guten schwulen Buchhandlung ...)
Gunnar Och (Hrsg.)
"Was er wünscht, das ist ihm nie geworden". August Graf von Platen 1796 - 1835
Erlangen 1996
(Schriften der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg Bd. 29)
ISBN 3-930357-11-9
Seite 7

Axel Schock (Hrsg.)
Die Bibliothek von Sodom: das Buch der schwulen Bücher.
Frankfurt am Main 1997
Eichborn-Verlag
ISBN 3-8218-0477-7
Seite 186


Eine Platen-Biographie:

Peter Bumm
August Graf von Platen. Eine Biographie.
Paderborn, München, wien, Zürich: Ferdinand Schöningh 1990
ISBN 3-506-71813-4


www.schwulencity.de = www.queernet.de = www.queer-net.de
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